Schätzrunden moderieren
Planning Poker lebt vom Gespräch nach dem Aufdecken, nicht vom Mittelwert. Diese Hinweise helfen, dass es kurz und nützlich bleibt.
Vorbereiten
- Stories vorher ins Backlog legen, mit Titel, Beschreibung und – wenn vorhanden – Ticket-ID. Eine Story, die sich nicht in zwei Sätzen erklären lässt, ist meist nicht reif für eine Schätzung.
- Den Kartensatz vorher festlegen und kurz erklären, was „5“ bei euch bedeutet. Wer in Tagen schätzt, nimmt „1 Story Point = 1 Tag“, wer nur grob einordnen will, T-Shirt-Größen.
- Eine Zeit pro Story vereinbaren und den Timer nutzen. Zwei Minuten reichen für die erste Runde fast immer.
Während der Runde
- Die Story in einem Satz vorlesen, Rückfragen klären, dann abstimmen lassen.
- Erst aufdecken, wenn alle gewählt haben – nicht nach dem Ersten. Verdeckte Karten verhindern, dass die erste Zahl alle anderen zieht (der Ankereffekt).
- Bei Einigkeit: übernehmen und weiter. Das ist der häufigste Fall und er soll nicht aufgehalten werden.
- Bei nahen Werten (benachbarte Karten) reicht meist ein Blick auf den Median.
- Bei weit auseinanderliegenden Werten: zuerst die Ausreißer fragen, was sie wissen, was die anderen nicht wissen – die höchste und die niedrigste Zahl, nicht die mittlere. Danach neu abstimmen.
Mehr als zwei Runden?
Wenn auch die dritte Runde nicht zusammenkommt, ist das ein Hinweis auf eine unklare Story, nicht auf schlechte Schätzer. Legt eine Rückfrage an die Fachseite fest, überspringt die Story und geht weiter.
Nachbereiten
- Die Übersicht zeigt, wie viele Stories geschätzt, offen oder übersprungen sind.
- Spannweite und Einigkeit je Story sind ein guter Anlass für die nächste Retro: Welche Stories waren schwer zu schätzen – und warum?
- Die Session lässt sich duplizieren, um die noch offenen Stories in der nächsten Runde weiterzuschätzen.